BWA II – SV Bösensell 2:3 (2:1)

 Sonntag, 17. März 2019

Die Sturmflut

„Die machen wir locker weg.“ Mit breiter Brust und markigen Worten reiste der Zweitplatzierte SV Bösensell am Sonntag zu Blau-Weiß Aasee – und stellte fest, dass BWA seine Heimspiele gar nicht an der Siemensstraße austrägt. Denn die BWA-Amateure waren in der ersten Halbzeit effektiver vor dem Tor als Boris Becker in der Besenkammer. Aber der Reihe nach.

Trainer Gökhan Tahca hatte trotz Semesterferien mit 15 Spielern im Kader endlich mal wieder die Qual der Wahl und entschied sich für folgende Aufstellung: Eike – Basti, Pütz, Juli, Marlon – Max, Manu – Lars, Hans, PhiBie – Mattjes.

Der aufgrund des Tabellenplatzes favorisierte SV Bösensell riss das Spiel ab Anpfiff an sich. Der Ballbesitz lag klar bei den Gästen. Doch im Spiel nach vorne zeigte sich Bösensell weniger kreativ als RTL mit neuen Showformaten. Die DSDS-Taktik mit klassischen langen Bällen ging wegen der gut sortierten BWA-Defensive nicht auf.

Sensationell jubelten die Amateure zuerst. Nach einem Fernschuss von Basti wehrte Bösensells Keeper den Ball zur Seite ab. Hans schrie den heraneilenden Phibie an, er möge das Scheißding doch einfach reinmachen und Phibie machte das Scheißding einfach rein (12.).

Bösensell geschockt – Aasee konterstark

Nach der überraschenden Führung der Aaseestädter war Bösensell geschockt, spielte mit größerem Druck auf den Schultern jedoch weiter nach vorn. Aus dem Spiel heraus kamen die Gäste aber zu keiner dicken Gelegenheit. Wirklich brenzlig wurde es vor Eikes Tor nur bei Ecken, die Bösensells Standardspezialist [Hier Kreisliga-Namen einfügen] immer wieder gefährlich in den Fünfer schnitt.

Im Gegenzug zeigten die Amateure starkes Umschaltspiel. Nach einer fixen Kombination in die Spitze flog eine Flanke von der linken Seite punktgenau auf den Kopf von Mattes, der zur 2:0-Führung einnetzte (36.). Draußen rieben sich die Fans die Augen: 2:0? Für den Tabellenletzten gegen den Zweiten? Ja, in der Tat. Effizienz und ein Quäntchen Glück waren in den ersten 43 Minuten auf den Seiten der Blau-Weißen.

Aber eben nur in den ersten 43 Minuten. Dann kam der SV Bösensell mit etwas Dusel in den Sechzehner der Hausherren. Nils Schulze Spüntrup schoss aus 15 Metern, BWA’s Nummer vier fälschte den Versuch ab und das Leder landete in Eikes Kasten. In meinem Abschiedsspiel war ich also an einem Tor beteiligt – ein berauschendes Gefühl. Blöd nur, dass es dann 2:1 stand.

Mit der Führung in die Kabine

So ging es mit der Führung, aber auch dem Anschlusstreffer, in die Kabine. Die Amateure schworen sich auf die zweiten 45 Minuten ein. Wie Brandungsbrecher wollten sie in der befürchteten Bösenseller Sturmflut stehen.

Der Defensiv-Plan ging elf Minuten lang auf. Dann staubte Linus Leifken einen von Eike parierten Schuss aus kurzer Distanz ab (56.). Die Aktion war zwar abseitsverdächtig, in Köln schien der Video-Schiedsrichter aber schon wieder vor der Playstation zu hocken. Nicht mal Sky-Experte Markus Merk wollte seinen Senf dazugeben.

Nach dem Ausgleich ging Aasees Brandungsbrecher-Strategie wieder besser auf. Göki brachte mit Olaf einen frischen Mann für die Defensive, dafür ging der ausgelaugte Manu nach starker Leistung vom Kunstrasen. In umgestellter Konstellation mit Juli auf der Sechs und Olaf in der Innenverteidigung fing die Blau-Weiße Abwehr wieder den einen oder anderen Angriff ab.

Eine Welle schlug dann aber leider doch noch ein. Nach einem Freistoß Bösensells stand Aasees Abwehr zu unsortiert und Nils Schulze Spüntrup netzte erneut aus kurzer Distanz zum 2:3 ein (76.).

Der letzte Wellenritt bleibt aus

Göki brachte mit dem frischgebackenen Lehrer JG17 (ich hoffe, deine Schüler begrüßen dich morgens so) und Heimkehrer Nick zwei frische Renner für die letzte Viertelstunde. Max und Marlon wechselten nach hervorragender Leistung auf die Bank.

Nun war es aber, wie es eben war: Wer 90 Minuten in der Sturmflut steht, geht nicht mehr raus zum Surfen. Der eine gefährliche Angriff, der letzte Wellenritt, gelang den Blau-Weißen Amateuren leider nicht mehr. Das Spiel ging mit 2:3 verloren.

Wie fällt also das Fazit dieses Spiels aus, in dem die Hausherren kurzzeitig den Sieg vor Augen hatten? Wirklich falsch gemacht haben die Amateure nichts. Die Konter liefen schnell und effektiv, die Abwehr stand über weite Strecken sicher. Am Ende lag die Niederlage vielleicht weniger an eigenen Fehlern als vielmehr an einem starken Gegner. Das muss man auch sehen: Wer als Tabellenzweiter einen 0:2-Rückstand dreht, steht zu Recht da oben.

Das Erfolgsrezept

Auf die Leistung können die Blau-Weiß Aasee Amateure in jedem Fall stolz sein. Geht’s in den kommenden Wochen so weiter, insbesondere gegen die direkte Konkurrenz, sieht es im Abstiegskampf deutlich besser aus, als der Tabellenplatz vermuten lässt.

Wichtig sind jetzt: Training, Selbstvertrauen, Team-Spirit, Training, gute Stimmung, Optimismus, Training (vor allem am kommenden Donnerstag, dann gebe ich meine Ausstand) und Training. Gemeinsam schaffen wird das!

Es war mir eine Ehre.

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