SV Rinkerode – BWA II 4:2 (0:0)

 Freitag, 28. September 2018

Fußball ist wie Jenga

Fußball ist wie Jenga. Also manchmal. In mühevoller Kleinstarbeit baut man sich etwas auf und am Ende fällt es doch zusammen.

Den Leuten, die Jenga nicht kennen, hilft Wikipedia: „Jenga ist ein Geschicklichkeitsspiel. Es besteht aus 60 gleichen hölzernen Bauteilen in Quaderform der Größe 7,5 × 2,5 × 1,5 cm, die zu Beginn des Spiels zu einem Turm gestapelt werden, indem immer drei Bausteine nebeneinander zu liegen kommen.“ Dann ziehen die Spieler nacheinander je einen Stein Pro Runde vorsichtig aus dem Turm und der Spieler, bei dem das Gebilde in sich zusammenfällt, hat verloren.

Jenga

Ganz genau so schien es bei den Amateuren zuletzt: Im Training wird ein Grundgerüst erarbeitet, im Spiel sind ordentliche Ansätze zu sehen, aber mit einem Fehlgriff fällt alles in sich zusammen – so geschehen bei der 1:8-Klatsche gegen Davaria Davensburg.

Und wer das Spiel gegen den SV Rinkerode – den letztjährigen Fast-Aufsteiger – sah, fühlte sich wieder an das gute alte Jenga erinnert. Diese Elf baute den Turm auf: Ole – Basti, Robin, Sträther, Juli – Manu, Michi Pauly – Niklas, Michi Runge, Lars – Lasse.

Die Amateure zeigten die vielleicht stärksten 45 Minuten ihrer Kreisliga-A-Geschichte. Da waren Herz, Einsatz, Wille – aber auch gute Kombinationen und hochkarätige Chancen. Unter anderen erarbeitete sich Lasse auf der ungewohnten Stürmerposition dicke Möglichkeiten, scheiterte aber leider am sicheren Rückhalt der Rinkeroder. An der ersten Hälfte gab es nichts zu meckern. Auch wenn die Favoriten in Gelb naturgemäß auch zur einen oder anderen großen Chance kamen – der Aasee-Turm stand.

In der zweiten Hälfte wollten die Amateure Selbstvertrauen aus den ersten 45 Minuten ziehen. Doch in der 46. Minute verpasste Jan Hoenhorst BWA eine kalte Dusche – 0:1 aus Sicht der Blau-Weißen. Noch steckte Aasee aber nicht auf und zeigte weiter eine ansprechende Leistung. Als Aaron Jakub (55.) und Hoenhorst per Doppelschlag (79. / 85.) aber auf 4:0 erhöhten, schien der Aasee-Turm wie gegen Davensburg vollends in sich zusammenzufallen.

Davon wollten die Jungs auf dem Rasen – zu denen mittlerweile die Eingewechselten Walle und Marlon zählten – aber nichts wissen. Die BWA-Elf zeigte Moral und großen Willen: Aus dem Gewühl heraus knallte Kapitän Michael Pauly die Pille kurz vor Schluss unter die Latte zum 1:4 (86.). Größte Motivation dürfte die versprochene Erwähnung im Spielbericht gewesen sein.

Doch damit nicht genug. Denn auch in den letzten Minuten steckte Aasee nicht den Kopf ins Rinkeroder Granulat. Basti zirkelte einen Freistoß aus zentraler Position ans Aluminium und Juli Greiwe versenkte das Leder per Abstauber. Jetzt schießt der Junge auch noch Tore, was kann der eigentlich nicht?

Das Spiel endete zwar mit einer 2:4-Niederlage, aber auch mit der Erkenntnis, dass BWA das Fußballspielen nicht verlernt hat. Dass Wille, Herz und Erfolgshunger immer noch in dieser Mannschaft stecken. Dass die Amateure mit dem Fast-Aufsteiger mindestens über eine Halbzeit mithalten konnten. Und dass der Aasee-Turm in den letzten fünf Minuten wieder aufgebaut wurde. Gegen Roxel am kommenden Mittwoch bleibt er stabil!

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