Tus Altenberge II – BWA II 0:1 (0:1)

 Freitag, 17. Mai 2019

Man hält nur einmal die Klasse!

7. 7 Punkte konnten die Amateure von Blau-Weiß Aasee nach der Hinrunde der Meisterschaftssaison 2018/19 auf ihrem Konto verzeichnen. 7 Mannschaften hatten nach den ersten 5 Spieltagen bereits eine größere Punkteausbeute, als Aasee nach 16. 7 Tore hatte man nach diesen 5 Spieltagen noch nicht geschossen. Der Gegner am vorletzten Spieltag, TuS Altenberge 2, hatte nach 5 Spieltagen bereits 15 Punkte auf dem Konto. Also doppelt soviel wie Aasee in 15 Spielen überhaupt erreicht hat.

Wenn man die Konstellation so betrachtet, wenn man sich die Zahlen vor Augen führt, wenn man sich verdeutlicht wie abgeschlagen Aasee eigentlich war, wenn, ja wenn alles so weiter gegangen wäre, dann hätte man nie damit gerechnet was heute Abend in Altenberge erreicht wurde. Doch man benutzt den Konjunktiv nicht, um von der Realität zu sprechen. Die Realität ist nämlich eine ganz andere. Die Realität zeigt eine Mannschaft der Amateure von Blau-Weiß Aasee, die am vorletzten Spieltag die Klasse gehalten hat.

Ohne Licht, aber mit vollem Einsatz

Also kommen wir erstmal zum Spiel, durch das man die Klasse halten konnte. Die Bedingungen vor Anpfiff hätten besser sein können. Man wärmte sich wegen des noch besetzen Spielfeld, auf einem der 38 Plätze der zwergstaatengroßen Anlage Altenberges auf und musste sich vorher in der Kabine auch noch ohne funktionierendes Licht umziehen. Da also aufgrund der dort herrschenden Dunkelheit keiner lesen konnte, welche Aufstellung Trainer Tahca aufs Papier gekritzelt hat, kommt hier erstmal die Aufstellung zum Mitlesen für alle:

Camino – Basti, Juli, Röcki, Nick – Manu, Björn (74. Niklas), Robin, Lenni, Bexi (85. Fred) – JG17 (70. Mattes)

Von Minute 1 konnte man Aasee anmerken, dass man hier heute alles klar machen will. Dass man sich nicht darauf verlassen will, dass die anderen stolpern, dass man aus eigener Kraft und mit 3 Punkten in Altenberge den Klassenerhalt sichern will. Und diesen Willen sah man bei jedem Spieler und in jedem Duell. Aasee war fast immer schnell am Gegenspieler, gewann zweite Bälle und Zweikämpfe. In den ersten Minuten war die gastgebende Mannschaft dennoch das spielbestimmende Team. Aasee stand jedoch kompakt und lies keine gegnerischen Angriffe zu.

Durch eine gute Pressing Aktion und ein wenig Glück, gelang es Robin und Jonas den Ball kurz vor dem Strafraum zu gewinnen und quasi alleine, bzw. zu zweit, auf den gegnerischen Torwart zu laufen. Jedoch konnten die Beiden es nicht schnell genug ausspielen, sodass die Gegner nachrückten und der Ball leider nur im Aus und nicht im Tor landete. Doch die Situation schaffte Mut für mehr Angriffe.

„Geben sie der Nummer 8 das Tor, dann kriegen wir ne Kiste“

Kurze Zeit später ereignete sich dann wohl die beste Szene des ganzen Spiels: Nach einer halbhohen Flanke von Linksaußen, nahm Bexi den Ball aus circa 18 Metern mit einem perfekt getimten Scherenschlagschuss volley und verpasste nur haarscharf den rechten oberen Winkel. Schade, um ein nicht entstandenes Tor, das ansonsten wohl in jeder BEST FOOTBALL GOALS OF 2019-Compilation auf YouTube zu sehen gewesen wäre.

Das tatsächlich gefallene Tor des Tages war dann um einiges unspektakulärer und hätte es vermutlich maximal zu einer Kacktor des Monats Nominierung geschafft. Nach einer guten Kombination über die Linke Seite, brachte Björn den Ball auf die Höhe des 11-Meter-Punktes, wo Lenni den Ball irgendwie schoss, irgendwie aber auch nicht, er irgendwie vom Gegner wieder gegen Lenni prallte und dann irgendwie seinen Weg ins Tor fand. Ein Tor, dass irgendwie zu merkwürdig war, um sich danach groß zu freuen. Außenverteidiger Nick lief daraufhin zum Schiedsrichter und teilte ihm mit, er solle das Tor ruhig der Nummer 8 (Lenni) zuschreiben, dann muss er nämlich eine Kiste für sein Aasee-Debut-Tor geben.

Konsequent zu Ende gespielt

Mit der Führung im Rücken spielte es sich für Aasee dann deutlich leichter. Es gab vereinzelt gute Kombination und auch den ein oder anderen Torabschluss. Außer von Standartsituationen, für die Aasse eine chronische Anfälligkeit besitzt, ging keine Gefahr von Altenberge aus. Das lag aber vor allem daran, dass Aasee viel lief und die Defensive Kompakt hielt. Ein Dank geht an dieser Stelle auch an die jüngste Innenverteidigung der Herren Kreisliga A , an denen in diesem Spiel vermutlich nicht einmal Lionel Messi vorbeigekommen wäre.

Aasee konzentrierte sich in der zweiten Hälfte auf das Kontern und kam gelegentlich noch zu einigen Chancen. Die Größte hatte in der 88. Spielminute der kurz zuvor eingewechselte Paul, der unter zu viel Zeit und zu vielen Optionen den Ball freistehend vor dem Torwart genau auf eben diesen schoss. Leider hat Paul diese Chance und damit auch die Chance, sich in den nächsten Monaten nicht mit dem Spitznamen „Fred Fahrlässig“ ansprechen zu lassen, fahrlässig verpasst.

Daraufhin wollte Aasee den Ball sichern und das Spiel über die Zeit bringen. Nur Ausreden-Mattes hatte eine andere Idee: Nachdem er eine enormen Bachelorarbeitsschreibmarathon hingelegt hatte und an diesem Tag bereits seit 38 Stunden ununterbrochen wach war, wusste er nicht mehr so ganz, ob Tag oder Nacht ist und ob er mit dem Ball am besten nach vorne oder nach Hinten laufen sollte. Und anstatt den Ball an der Eckfahne festzumachen, entschied er sich dazu den Ball einfach dem Gegner zu überlasse. Mit Ritalin wäre das nicht passiert. Naja, hoffen wir, dass sich seine Arbeit besser ansehen lässt als diese Aktion. (Aber Glückwunsch zur Abgabe!).

Am Ende kam es jedoch nicht mehr zu einer Chance von Altenberge, wodurch man das Spiel gewinnen und die Klasse halten konnte. Und so sah man glückliche und jubelnde Aasee-Amateure auf dem Sportplatz in Altenberge.

Was bleibt noch zu sagen?

Am Ende kann man den Aasee-Amateuren gratulieren. So tat es auch der generische Trainer, der das Spiel mit den Worten „Vollkommen verdient gewonnen“ kurz nach Abpfiff kommentierte. Man kann Aasee aber nicht nur zu dem Sieg, sondern auch zum Klassenerhalt und einer tollen Rückrunde gratulieren. Man hat sich bei Amateuren von Aasee dazu entschieden die Rückrunde ohne externen Trainer zu gestalten (aber auch Shoutout an den mal mehr mal weniger aber doch wirklich wichtigen und im Hintergrund agierenden Trainer Christian Reisener) und das hat sich ausgezahlt. Jeder der Teil des Teams ist oder dieses vielleicht auch nur kennenlernt wird merken, dass man bei Aasees Amateuren mehr macht als sich nur 3 mal in der Woche zum Kicken zu treffen. Man wird merken, dass jeder, in welchem Bereich auch immer, bereit ist alles für die Mannschaft zu geben. Ob an der Seitenlinie, auf der Bank, auf dem Spielfeld oder am Glas. Mit einer enormen Teamleistung konnte Aasee den Klassenerhalt sichern und wer hätte das nach den ersten 15 Spielen gedacht? Die Wahrscheinlichkeit nach dieser Hinrunde die Klasse zu halten war vermutlich so hoch, wie die Wahrscheinlichkeit, dass es möglich ist, sich mit einem Stück Pizza den Bart abzurasieren.

Und um nochmal zur Zahl 7 zu kommen. 7 Gegentore bekam man am 12. Spieltag von Hohenholte eingeschenkt. Genau dieses Hohenholte ist jetzt nur noch 1 Platz und 3 Punkte von Aasee entfernt. Es wird spannend zu sehen, welche Leistung Aasee in der nächsten Saison abliefern kann. Auch wenn man nach Innenverteidiger Max ja „nur einmal die Klasse hält“.

Zurück